Das Scheitern der Schwarzen

Kanzlerin Merkel hat nach dem Wahldebakel in Meck-Pomm die Verantwortung übernommen. Doch ändern will sie nichts. Dabei stecken Merkels Konservative in einer tiefen Krise – ihre Macht in Europa wankt.


[dropcap]N[/dropcap]och vor kurzem zogen sie fast überall die Strippen. Kanzlerin Merkel, Kommissionschef Juncker, Spaniens Premier Rajoy, sogar Britanniens Regierungschef Cameron sind Konservative.

Doch nun geht es rasend bergab. Cameron, Merkels liebster Partner, hat sich verzockt und ist weg vom Fenster. Rajoy kriegt keine Regierungsmehrheit zustande und könnte sich auch bald zurückziehen.

Juncker klammert sich zwar an seinen Posten. Doch in der Flüchtlingskrise ist er genauso gescheitert wie Merkel. Seine Treue zur Kanzlerin wurde ihm ebenso zum Verhängnis wie der Starrsinn anderer Schwarzer.

Nein, ich rede nicht von Seehofer. Die Rede ist von Ungarns Orban, der immer noch Mitglied des konservativen Parteienbündnisses EVP ist – und eine europäische Einwanderungspolitik blockiert.

Zu den Problemfällen gehört auch der niederländische Premier Rutte. Der rechtsliberale Politiker, wie Cameron ein enger Verbündeter der Kanzlerin, ist seit dem verlorenen Ukraine-Referendum angeschlagen.

Und dabei haben wir noch nicht einmal von der Armada schwarzer Politiker gesprochen, die im Zuge der Eurokrise gescheitert sind bzw. abserviert wurden. Berlusconi, Samaras, Coelho und wie sie alle hießen…

Bisher konnte sich die konservative Parteienfamilie noch an ihrem Idol Merkel aufrichten. Doch nun wurden die Schwarzen sogar in ihrem deutschen Stammland geschlagen, die Kanzlerin in auf Normalmaß geschrumpft.

Offenbar droht nicht nur der EU spätestens seit dem Brexit – einem von Konservativen verantworteten Desaster – der Zerfall. Auch die Parteienfamilie, die bisher die Fäden zog, liegt am Boden…

 

 

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