DAS PROGRAMM – oder raus!

Dann ist es eben vorbei.“ Das sagte Finanzminister Schäuble bei Griechenlands besten Freunden in Istanbul auf die Frage, was passiert, wenn Athen im Schuldenstreit nicht einlenkt.

Man könne nicht einfach abseits des laufenden Programms über etwas Neues sprechen, wird Schäuble von den Agenturen zitiert. DAS PROGRAMM, das ist das Wort des Tages.

Ähnlich harte Töne sind in Berliner Regierungskreisen zu hören. Dort droht man zwar nicht, aber man zitiert Verträge, Vereinbarungen und eben – DAS PROGRAMM.

Vielleicht sollte sich mal jemand die Mühe machen zu prüfen, wie oft DAS PROGRAMM während der fünf Jahre Griechenland-„Rettung“ schon geändert wurde.

Wenn ich mich nicht völlig täusche, wurden sogar fertige Troika-Berichte in den Papierkorb geworfen, weil sie der Bundesregierung in Berlin nicht gefielen… – Mehr hier und hier

 

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7 Responses to DAS PROGRAMM – oder raus!

  1. DerDicke 12. Februar 2015 at 06:42 #

    Wir haben die schlechtesten Politiker die jemals in Deutschland an der Macht waren.
    http://www.wiwo.de/politik/europa/euro-arme-exportweltmeister/8062278.html

  2. H.Ewerth 12. Februar 2015 at 11:57 #

    Was würde ich mir wünschen, noch einmal das Rad zurück zu drehen, als Deutschland in der Situation nach dem 2. Weltkrieg war. Hätte man doch nur Deutschland damals genau so behandelt, wie man heute mit Griechenland umspringt, dann wäre Deutschland noch heute Entwicklungsland.

    Deutschland ausgerechnet Deutschland, dem ein Schuldenschnitt ein langfristiges Memorandum und Marshall Plan gewährt wurde, hat vergessen woher es einmal kam, und wem sie ihrem Wiederaufstieg zu verdanken haben? Auch den Griechen, die im Übrigen noch heute Reparationsansprüche gegenüber Deutschland haben, welche Deutschland bis heute nicht bezahlt hat und offensichtlich auch nicht zahlen will. Deutschland hat vergessen woher es einmal gekommen ist. Aber wie heißt es doch so schön: „Hochmut kommt vor dem Fall“.

    • DerDicke 12. Februar 2015 at 13:15 #

      Hätte man Deutschland damals nicht als Bollwerk gegen die SU gebraucht hätte es keinen Marshall-Plan für uns gegeben und wir wären ein Agrar-Staat wie es schon geplant war. Abgesehen davon hat Deutschland – wenn man die Zuwendungen pro Kopf betrachtet – nur einen Bruchteil bekommen, die anteilige Förderung von z.B: Griechenland war wesentlich höher.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Marshallplan
      Also hört mit dem Gejammer auf und sorgt euch auch mal um die eigenen Leute, siehe z.B. mein Link von der WiWo oben, da wird belegt, dass vom Pro-Kopf Vermögen die Deutschen noch hinter Slowaken, Portugiesen und Griechen die ärmsten Bürger Europas sind! Wir haben noch eine ordentliche Industrie, dafür fahren wir alles andere auf Verschleiß, die Infrastruktur verkommt, die Bildung war auch schon mal wesentlich besser, der Binnenmarkt stagniert seit 20 Jahren analog zu den Reallöhnen.

    • GS 12. Februar 2015 at 13:21 #

      Schuldenschnitt okay, aber beim Marshall-Plan solltest Du mal nachrechnen. Griechenland hat über die vielen Jahre seiner EU-Mitgliedschaft das x-fache davon netto über den EU-Haushalt bekommen. Die Marshallplanzahlungen insgesamt machen gerade mal 0,5 % des westdeutschen BIPs von 1950 aus – und waren für Deutschland noch dazu nur Kredite. Das ist weniger als das, was Griechenland jedes Jahr kassiert hat. Kumuliert über 30 Jahre EU-Mitgliedschaft ist das dann ein mächtiger Batzen Geld.

    • pinky 12. Februar 2015 at 16:50 #

      ähm, werter Herr Ewert. Sonst geht´s danke, ja?? An solch Dummheit, ist´s kein Wunder, daß wir untergehen… pacepalm

  3. cashca 12. Februar 2015 at 12:34 #

    Dann platzte der Deal..
    und das ist gut so.
    Da wird bald noch mehr platzen, vor allem. wenn Griechenland den Plan B auf den Tisch legt, der wird sicher der verblendeten Troika und vor allem Schäuble gar nicht gefallen.
    Alles nur noch eine Frage der Zeit, dann werden die Verhältnisse geklärt und neu geordnet. An Überraschungen dürfte es dann nicht fehlen.

  4. MacPaul 12. Februar 2015 at 12:37 #

    Das Programm = die Ideologie.
    Programmatik statt Pragmatik.

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