Alle müssen sparen? Nicht alle…

Das Parlamentsgebäude in Straßburg sei marode, die Arbeit in Brüssel wesentlich kostengünstiger, klagen deutsche Europaabgeordnete seit Jahren. Doch nun planen sie einen teuren Neubau – in Brüssel!

Das hat die Website “Politico” enthüllt. Der angeblich so tolle Parlaments-Sitz in Brüssel sei ebenfalls marode, ein Neubau sei einer Rundum-Sanierung vorzuziehen, heißt es in einer “streng vertraulichen” Notiz.

Verfasst wurde sie ausgerechnet von einem Deutschen – Parlaments-Generalsekretär Welle. Die technische Prüfung und Kostenschätzung nahmen auch deutsche Experten vor – vom TÜV Süd.

Der Clou: Zahlen wollen die deutschen Planer nicht nennen. Vermutlich fürchten sie um ihren Ruf als Spar-Weltmeister. Denn laut “Politico” könnte allein der Umbau mal eben 30 Millionen Euro kosten.

Ein Neubau käme noch wesentlich teurer. 2015 wurden die Kosten schon mal auf 430 Millionen Euro geschätzt. Nun bin ich mal gespannt, was die angeblich so kostenbewußten deutschen Abgeordneten dazu sagen…

P.S. Übrigens weigern sich die Abgeordneten auch, ihre Spesen ordnungsgemäß abzurechnen – und nachzuweisen, dass sie für ihr Wahlkampfbüro Miete zahlen. Mehr dazu hier

 

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4 Responses to Alle müssen sparen? Nicht alle…

  1. Lina 12. Juni 2017 at 19:55 #

    “Nun bin ich mal gespannt, was die angeblich so kostenbewußten deutschen Abgeordneten dazu sagen…”

    “PPP! Finanzierung, Ausführung und Nutznießung Deutsche Bank, Hochtief und Vinci.”
    😉

  2. Claus 13. Juni 2017 at 05:46 #

    Während man als Kostenverantwortlicher in einem Unternehmen sagen würde (besser: müsste!): „Macht Straßburg dicht, das bringt eine Kosteneinsparung von nachgewiesenen EUR 180 Mio. pro Jahr, und schrumpft Brüssel analog zu den künftigen Brexit-Fehlbeträgen“, sieht sich die Politik, egal ob in Brüssel oder Berlin, von solchen Überlegungen meist nicht tangiert.
    Ich fürchte, es wird protziger und teurer.

  3. Peter Nemschak 13. Juni 2017 at 06:33 #

    Für die Selbstdarstellung der Demokratie ist nichts zu teuer. 430 Millionen sind ein kleiner willkommener konjunktureller Impuls für die Bauwirtschaft. Ob es allerdings bei 430 Millionen bleibt, ist fraglich. Bürokratien sind keine besonders effizienten Bauherrn.

  4. Baer 13. Juni 2017 at 08:53 #

    @Nemschak ,und werden für veruntreute (verschwendete Gelder) nicht zur Verantwortung gezogen.Was spielen da Kosten für eine Rolle.Defizite werden ja vom Bürge(n)r übernommen.Immer mehr Geld für die Eitelkeit, aber für Bildung und Infrastruktur ist keines mehr da.
    Abwählen und in die Wüste schicken.

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